Die fremde Prinzessin – Sabrina Qunaj 2
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Die fremde Prinzessin – Sabrina Qunaj

Mit Die fremde Prinzessin erschien nun der abschließende Teil zum mächtigen Geraldines-Geschlecht von Autorin Sabrina Qunaj. Bereits Das Blut der Rebellin konnte mich absolut begeistern. Besonders schön daran ist, dass sich die einzelnen Teile dieser Reihe unabhängig von sich lesen lassen.

Mein Name ist Basilia de Clare. Ich war eine Feder im Sturm, wurde von einer Seite zur anderen gezerrt, aber sind wir das nicht alle, bis wir die Wahrheit tief in unserem Inneren entdecken?, S. 15

Wales 12. Jahrhundert: Basilia, uneheliche Tochter einer Magd und des mächtigen Richard de Clares, wird mit fünfzehn nach Irland gebracht, wo sich ihr Vater ein bedeutendes Reich geschaffen hat. An der Seite ihrer Stiefmutter, der schillernden irischen Prinzessin Aoife, beginnt für Basilia ein neues Leben. Sie lernt das fremde, raue Land lieben, in dem die Clans sich erbittert gegen die Herrschaft de Clares‘ wehren. Als dieser seine Tochter mit einem seiner grausamen Gefolgsmänner vermählt statt mit ihrer heimlichen Liebe, dem Ritter Raymond FitzGerald, stürzt das nicht nur Basilia ins Unglück. Denn die Fehde zwischen Raymond und ihrem Vater löst blutige Unruhen im ganzen Land aus.

Sabrina Qunaj hat in ihrem Roman auf eine gefühlvolle Art und Weise ganz besondere Charaktere geschaffen. Man liest von Menschen mit Fehlern, mit Träumen und Zweifeln und mit ihren besonderen Eigenarten. Die einen finden sofort einen Weg ins Herz, die anderen werden gehasst, und wieder anderen bleiben undurchsichtig. Bei letzteren begibt man sich wie die Protagonistin Lia, wie Basilia liebevoll genannt wird, auf eine abenteuerliche Reise und kann erst nach und nach hinter deren Fassade schauen. Wirklich ganz großartig gemacht. Hier wurden keine Figuren kreiert, sondern von Menschen geschrieben, welche sich sehr stark an ihre historischen Vorbilder anlehnen.

Was macht uns zu etwas Besonderem, worin liegt unser Wert? Seit ich zurückdenken kann, hat man mir erklärt, ein Nichts zu sein. Ich bin keine Waliserin, nur weil meine Mutter eine ist. Ich bin keine Normannin, auch wenn mein Vater zu den Mächtigsten dieses Volkes gehört. Beide Seiten sehen mich als Kind des Feindes, als Bastard, befleckt, und noch nicht einmal in meine Familie aus Sündern passe ich hinein. S. 15

Vor allem Lia hat mich zutiefst beeindruckt. Schon als Kind ist sie eine rebellische und starke Persönlichkeit und diese Charakterzüge verstärken sich mit den Jahren nur noch mehr. Hat sie sich in jungen Jahren noch von ihrer Zwillingsschwester in den Schatten stellen lassen, gewinnt sie im Laufe der Zeit immer mehr an Selbstvertrauen und hat mich beim Lesen schließlich mit ihrer Willensstärke, ihrer Furchtlosigkeit und ihren tiefen Emotionen für sich eingenommen. Basilia findet einen Weg zwischen sich dem Schicksal beugen und dem Kampf für die eignen Träume.

Ebenso schillernd ist wohl Raymond le Gros aus dem Geraldines-Geschlecht, an den Basilia schon als kleines Mädchen ihr Herz verliert. Trotz oder gerade wegen der Narben auf seiner Seele ist er ein Held, ein Anführer. Ihm folgen die Leute. Eine wahnsinnig interessante Figur, die die Buchreihe um das Gerladines-Geschlecht würdig zu einem Abschluss führt.

Zu all dem, was diesen Roman so besonders für mich macht, kommt noch hinzu, dass die Geschichte in einen wunderbaren historischen Kontext gesetzt wurde. Toll recherchiert, historische Persönlichkeiten und ein Stück von Wales und Irlands Geschichte. Dazu kommen die Erzählung der Kriege, der Schlachten, die Streitereien in England und Wales um Land und Herrschaft, was nie langweilig, sondern immer ein spannendes Bild erzeugt. Gerade auch der Versuch trotz unterschiedlichem Glauben, Sprachen und Traditionen ein Zusammenleben anzustreben, welches ohne Kriege auskommt und dabei das Ziel eines großen Miteinanders vor Augen hat, spricht für die Aktualität der Fremden Prinzessin – und das trotz der Einbettung in das 12. Jahrhundert.

Mit Die fremde Prinzessin hat Autorin Sabrina Qunaj einen überaus passenden Abschluss für ihre Gerladines-Romane, in deren Mittelpunkt immer starke weibliche Heldinnen stehen, geschrieben: Spannend, emotional, atmosphärisch dicht und trotz aller geschichtlichen Aspekte nah an unserer Zeit.

Die Geraldines-Romane:
1. Die Tochter des letzten Königs
2. Das Blut der Rebellin
3. Der Ritter der Könige
4. Die fremde Prinzessin

Autorin: Sabrina Qunaj | Titel: Die fremde Prinzessin, Teil 4 der Geraldines-Romane | Historischer Roman | Goldmann Verlag | ISBN 978-3-442485925 | 16. April 2018 | Taschenbuch mit Klappenbroschur | 608 Seiten

 

In freundlicher Kooperation mit dem Goldmann Verlag.

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