Never Never – Colleen Hoover & Tarryn Fisher 4
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Never Never – Colleen Hoover & Tarryn Fisher

Never Never ist die Geschichte von Charlie und Silas: Beste Freunde von Kindheit an und seit ein paar Jahren auch ein Paar; das jedoch heimlich gegen den Willen ihrer Familien. Eines Tages wachen die beiden auf, können sich an nichts erinnern. Weder ihr Umfeld, ihre Familien oder ihre Freunde kommen ihnen in irgendeiner Weise bekannt vor. Und was besonders komisch ist: Charlie und Silas erinnern sich auch nicht an die starken Gefühle, die sie scheinbar füreinander hatten.

Wer oder was steckt dahinter? Beim Versuch herauszufinden, wer sie sind und was passiert ist, kommen sie einer Familienfehde auf die Spur, in die sich ihre Eltern verwickelt hatten und die sie und ihre Liebe auseinandergetrieben hatte. Doch was hat das mit ihrem gemeinsamen Gedächtnisverlust zu tun? Und dann passiert es wieder: Genau 48 Stunden nach dem ersten Mal erwacht Silas ohne Erinnerung an all das, was zuvor war. Und ohne Charlie – denn die ist wie vom Erdboden verschwunden.

“Und, ja, ich habe dich geliebt, wie ein Bruder seine Schwester liebt. Aber jetzt bin ich in dich verliebt, wie ein Junge in ein Mädchen verliebt ist.”, S. 201

Colleen Hoovers Bücher haben da etwas an sich, was sich schwer in Worte fassen lässt. Die Geschichten von #QueenColleen klingen auf den ersten Blick meist wie diese Liebesgeschichten, die es in Bücherregalen gibt wie Sand am Meer. Und dann kommt der Twist. Dann der nächste. Und noch einer. Man fliegt durch die Seiten und merkt, dass zwischen ihnen so viel mehr Gehalt und Tiefe stecken, als man je für möglich gehalten hätte.

In Never Never, so hat man beim Lesen zumindest zunächst das Gefühl, steht der Twist mit den zwei Protagonisten, die nicht wissen, wer sie sind, gleich zu Beginn. Aber würde da nicht irgendwo zwischen den Seiten die große Überraschung warten, wäre es kein Hoover.

“Niemals darfst du vergessen, dass dein erster Kuss mir gehörte. Niemals darfst du vergessen, dass dir auch mein letzter gehören wird. Und zwischen diesem ersten und dem letzten darfst du niemals aufhören, mich zu lieben. Niemals aufhören, Charlie. Niemals vergessen.”, S. 203

Auch in Never Never lässt Hoover ihre Protagonisten – dieses Mal Charlie & Silas – abwechselnd zu Wort kommen. Doch dieses Mal schleicht sich noch ein andere Ton mit in die Erzählstimme ein, ein anderes Denken in den Plot. Never Never ist und bleibt ein Hoover, aber es ist eben auch genauso Tarryn Fishers Roman. Ihr ist es wohl auch geschuldet, dass dieses Buch, welches im amerikanischen Original aus drei einzelnen Romanen besteht, den Hauch eines anderen Subgenres aufweist. Eine rationale Erklärung scheint es für Charlies & Silas’ Gedächtnisverlust nicht zu geben und schon nach wenigen Seiten hat Never Never etwas von einem Mysteryroman.

Über Charlie und Silas als Figuren möchte ich gar nicht viele Worte verlieren, denn herauszufinden, wer die beiden sind, ist eine der Quintessenzen von Never Never. Nur so viel: Engel sind die beiden nicht unbedingt. Leider müssen sie sich der Wahrheit stellen, dass sie so einige Fehler haben, wenn man nicht sogar sagen kann, dass er ein Arschloch und sie eine verdammte Zicke sind bzw. waren. Trotzdem wecken die beiden beim Leser Sympathie und man verfolgt gespannt mit, wie Charlie & Silas die besten Versionen von sich selbst sein wollen. Und als sie erneut ihr Gedächtnis verlieren, verschwinden aber die guten Eigenschaften und die Essenz ihres Charakters nicht. Unwillkürlich stellt man sich beim Lesen die Frage, was Charakter ausmacht. Was ist anerzogen, unserem Umfeld und unseren Erfahrungen geschuldet und was steckt so oder so tief in uns?

“Ich will das wieder fühlen. Ich will mich daran erinnern, wie es sich anfühlt jemanden so zu lieben. Und nicht einfach irgendjemanden. Ich will wissen, wie es sich anfühlt, Charlie zu lieben.”, S. 122

In Kürze:
Auch wenn mich die Auflösung nicht zu überzeugen konnte, stellt Colleen Hoover – dieses Mal gemeinsam mit Co-Autorin Tarryn Fisher – erneut unter Beweis, wie großartig ihre Erzählstimme und ihr Talent für herzzerreißende und emotionale Geschichten ist. Charlie und Silas, das Paar ohne Erinnerungen an ihre Leben, sich selbst und ihre Beziehung, müssen sich der Wahrheit über sich selbst stellen. Never Never bietet eine Geschichte, die ich so noch nicht gelesen habe und die mich gerade deswegen begeistern konnte. Außerdem hat der Roman einen wahnsinnig hohen Suchtfaktor, ist so spannend, dass es sich teilweise wie ein Krimi liest. Ohne das unpassende und zu plötzliche Ende wäre alles perfekt!

Autorin: Colleen Hoover & Tarryn Fisher | Titel: Never Never | Roman | dtv | ISBN 978-3-423740340 | 9. März 2018 | Taschenbuch mit Klappenbroschur | 416 Seite

Never Never war wieder einmal ein Roman, den ich zusammen mit der lieben Lisa von twntyfourseven.com gelesen habe. Schaut gerne hier vorbei, um auch ihre Meinung zum neuen Buch von Colleen Hoover zu erfahren.

Ein herzliches Dankeschön an den dtv Verlag für die Bereitstellung des Rezensionexemplares von Hoovers Never Never im Rahmen des Meet & Greet mit der Queen of Romance.

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