Die Oleanderfrauen – Teresa Simon 4
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Die Oleanderfrauen – Teresa Simon

“Wenn nicht einmal die Jugend der Welt gegen schreiendes Unrecht aufsteht, wer dann soll es tun? Du siehst ja bei uns, wohin es führt, wenn man es versäumt: überall nichts als Braunhemden und Hakenkreuzfahnen.”
Die Oleanderfrauen – Teresa Simon, S.345

Hamburg 1936: Als wohlhabende Tochter eines Kaffeebrarons genießt Sophie Terhoven ihr privilegiertes Leben in vollen Zügen. Wäre da nur nicht die Sache mit Hannes Kröger: Der Sohn der Köchin ist von Kindheit an Sophies bester Freund. Doch eines Tages verändern sich die Gefühle der beiden füreinander und sehr schnell begreifen Sophie und Hannes, dass sie sich ineinander verliebt haben. Doch ebenso schnell wird beiden klar, dass diese Beziehung nicht sein kann; zu groß ist der Unterschied ihrer gesellschaftlichen Stellung. Sophie und Hannes gegen den Rest der Welt, heißt es für eine kurze Zeit. Immer dann, wenn die beiden sich in das gläserne Gewächshaus zurückziehen, wo der Oleander in voller Pracht blüht. Doch wie jedes Versteckspiel geht auch dieses auf Dauer nicht gut. Und als wäre dies nicht schon schlimm genug, hüten Sophies und Hannes Eltern auch noch ein dunkles Geheimnis, welches eine Liebe der beiden letztendlich endgültig unmöglich macht.

Im nächsten Jahrhundert, genauer gesagt 2016, ist es ausgerechnet Jule Weisbach, Besitzerin eines kleinen Cafés mit dem schönen Namen Strandperlchen, die über Umwege an das berührende und spannende Tagebuch von Sophie Terhoven gerät. Denn Historisches ist ihr Steckenpferd, dem sie im Strandperlchen sogar eine eigene Nische gewidmet hat. Ich schreibe dir dein Leben heißt Jules Projekt, bei dem sie für ihre Kunden deren Familiengeschichten recherchiert. Und so hat auch die sympathische Rentnerin Johanna sich mit Sophies Tagebuch, welches auf dem verstaubten Dachboden ihrer verstorbenen Mutter zu Tage trat, an die junge Frau gewant.

Von Seite zu Seite beginnt man mehr zu begreifen, wieso dieser Roman ein Oleanderbuch ist. Oleander und die Sage von Hero und Leander, welche die Bitternis & Süße der Liebe in sich vereint wie keine andere.

Wie auch bei den beiden Vorgängern schafft Teresa Simon es ernste & wichtige Themen mit Unterhaltung zu vermischen. Unsere Geschichte ist wichtig und noch wichtiger ist es, aus eben jener Geschichte zu lernen. Um so schöner finde ich das Feingefühl mit dem die Schrecken des 2. Weltkrieges hier erzählt werden.

Beide Zeitebenen sind mit einer großen Liebe zum Detail und Ernsthaftigkeit erzählt und doch werden die Oleanderfrauen wohl erst durch seine Figuren lebendig. Sophie Terhoven und Jule ohne Plan, wie sie Zeit ihres Lebens von ihrer Mutter genannt wurde, und alle anderen Figuren des historischen oder gegenwärtigen Hamburgs haben ihr eigenes Gesicht, eigene liebenswerte Eigenschaften und auch Macken. Besonders schön erzählt fand ich Sophies Entwicklung von einem doch verwöhnten Mädchen zu einer ernsthaften & starken Frau. Und natürlich kommt auch dieses Buch von Teresa Simon nicht ohne einen liebenswerten Zweibeiner aus. Den müsst ihr aber selbst finden.

In Kürze:
Wer Familiengeheimnisse und Spannung liebt, der kommt nach den Frauen der Rosenvilla und den Holunderschwestern auch bei den Oleanderfrauen wieder definitiv auf seine Kosten. Erneut lassen sich alle Einzelteile der Geschichte wie die eines 1000-Teile-Puzzles zu einem perfekten Gesamtbild zusammenfügen. In dem neuesten Roman von Teresa Simon greifen Vergangenheit und Gegenwart sogar noch enger zu einem dichten Bild ineinander, welches erkundet werden will. Die Geschichte zweier starker Frauen, der Duft von Kaffee, beeindruckende Villen an Elbe und Alster und natürlich einen altes Tagebuch werden verwoben mit wichtiger deutscher Geschichte.

Die Blumenbücher:
Die Frauen der Rosenvilla
Die Holunderschwestern
Die Oleanderfrauen

Autorin: Teresa Simon | Titel: Die Oleanderfrauen | Roman | heyne | ISBN 978-3-453421158 | 09. Januar 2018 | Taschenbuch mit Klappenbroschur | 480 Seiten

Ein herzliches Dankeschön an die wunderbare Autorin dieses Buches: Teresa Simon. Danke für die Bereitstellung des Buches und die netten Gespräche über Sophie und Jule.

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