Mein Versuch mit dem ersten Roman – Ich schreibe jetzt! 3
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Mein Versuch mit dem ersten Roman – Ich schreibe jetzt!

Ich habe einen wunderbaren kleinen Bruder, der, wenn ich ehrlich bin, mit 19 Jahren gar nicht mehr so klein ist, aber nun gut. Zwischen uns liegen gerade einmal zwei Jahre und das ist wirklich nicht viel, vor allem jetzt nicht mehr. Und auch wenn ich ihn über alles liebe, habe ich mir trotzdem immer eine kleine Schwester gewünscht. Einen Bruder und eine Schwester, das Beste von allem. So sehr, dass ich mit 5 Jahren auf den Wunschzettel an das Christkind geschrieben habe: Ein kleines Schwesterchen, bitte!

Passiert ist nichts weiter, worauf ich kurzzeitig an der Existenz von ganz Weihnachten zu zweifeln begann. Aber dann, drei Jahre später, kam meine Cousine zur Welt. So ein kleines süßes Ding mit putzigen Speckärmchen und großen Kulleraugen. Die Jahre darauf habe ich mir Geschichten für sie ausgedacht von Elfen und Feen, die im verwunschenen Garten vor unseren Augen verborgen ihre magischen Abenteuer erleben. Ungeduldig hat sie immer auf die Fortsetzung gewartet und irgendwann habe ich meine kleinen Geschichten für sie aufgeschrieben, um sie ihr später vorzulesen.

Jetzt schreibe ich einen Roman!

Das war der Anfang. Ich bin wohl dieses typische „Hey, ich habe schon immer geschrieben!“ und „Hey, ich studiere Germanistik!“ Ich bin die, bei der alle sagen: „Ich wusste, dass du irgendwann ein Buch schreiben wirst!“ Weil ich doch auch so viel lese. Aber so einfach ist es nicht. Denn es ist so schwierig mit einem so großen Projekt zu beginnen, wenn man gar nicht weiß, ob es jemals erfolgreich sein wird. Nach drei Jahren als Buchbloggerin weiß ich noch mehr, wie schwierig diese Branche ist und wie sehr sie sich gewandelt hat. Erst vor wenigen Wochen habe ich in einem Artikel gelesen, dass der Stundenlohn eines Schriftsteller heruntergebrochen bei rund 6€ liegt. Vorausgesetzt natürlich, das Buch wird veröffentlicht. Aber trotzdem hat eine ganz bestimmte Geschichte in meinem Kopf immer mehr Form angenommen. Mich nicht losgelassen und ich habe begonnen, meine Gedanken zu skizzieren.

Zur richtigen Zeit am richtigen Ort?

Dann kam der Moment, an dem sich wirklich alles geändert hat. Auf einem Lesefestival, auf dem ich als Bloggerin mein Unwesen getrieben habe, habe ich eine wunderbare Schriftstellerin näher kennengelernt, deren Bücher ich privat auch wirklich sehr gerne lesen. Ihr habe ich von meinem Projekt erzählt und wir haben uns bei einer Tasse Kaffee sicher gut eine Stunde darüber unterhalten. Bis dahin wusste kaum jemand von meinen Plänen und es tat gut, von einer hoffentlich zukünftigen Kollegin ernst genommen zu werden. Für sie, die inzwischen irgendetwas zwischen zweiter Mutter, Mentorin und guter Freundin ist, habe ich begonnen als studentische Hilfskraft zu arbeiten. Und dann ging alles ganz schnell. Plötzlich hatte ich einen Termin bei ihrer Literaturagentur. Wahnsinnig nervös habe ich dort mein Projekt vorgestellt und über meine Figuren diskutiert.

Der Weg ist das Ziel

Ich in einer Literaturagentur, die Interesse an meinem Projekt hat? Für mich bis dahin unvorstellbar. Schnell kamen wir zu dem Punkt, das mein Roman, zumindest als Erstling, zu unkonventionell ist. Das heißt nicht, dass er jetzt in der Schublade verstauben wird, aber für den Moment lege ich ihn mit einem lachenden und einem weinenden Auge beiseite. Mein Exposé habe ich mithilfe einer wahnsinnig netten & geduldigen Agentin überarbeitet. Vor wenigen Tagen habe ich die erste Leseprobe weggeschickt und warte nun ungeduldig und gespannt auf die Reaktion.

Manchmal, da scheinen seine Träume so unendlich weit weg zu sein. Und dann wiederum kann es so wahnsinnig schnell gehen und die Ereignisse beginnen sich zu überschlagen.

Traut euch! Lebt eure Träume!

Ich weiß nicht, ob mein Roman eines Tages wirklich in einer Buchhandlung stehen wird. Ich weiß nicht einmal, ob ein Verlag Interesse an meinem Projekt haben wird. Aber ich weiß, dass ich meinem Traum tausend Mal näher bin, als dies noch vor einem Jahr der Fall gewesen ist. Und deshalb will ich euch, und vor allem diejenigen, die selbst einen Roman veröffentlichen wollen, sagen: Traut euch! Was kann denn das Schlimmste sein, was passiert? Genau: Dass alles so ist wie vorher! Also ran an die Stifte und lebt eure Wünsche!

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5 Comments

  1. Sehr spannend, ich drücke dir gaaaanz fest die Daumen, dass es alles so läuft, wie du es dir erhoffst! Und ich will natürlich die erste sein, die es liest, ist ja klar! 🙂

    1. Danke ❤ Aber natürlich liest du es dann. Freue mich drauf!

  2. Falls es mal scheiße wird und du nen persönlichen Cheerleader brauchst: Ruf mich an, ich fang schon mal an motivierende Sprechchöre zu üben! 🥁

    1. Ich freue mich schon jetzt über jeden einzelnen Sprechchor❤ Und ich komme darauf zurück. Bestimmt!!

  3. Unsere verlorenen Herzen - Krystal Sutherland - C'est l'amour

    […] typischen Liebespaare, von denen wir alle schon tausend Mal gelesen haben. Vor allem seit ich mich selbst an einem Liebesroman versuche, achte ich deutlich mehr auf Konstruktion und Aufbau solcher Bücher und auch auf das Plotting. […]

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